Schiene
Wann die Standgelduhr stehen bleibt: Wochenenden, Feiertage und Zollverfahren
Veröffentlicht: 2026-09-24
Die wichtigste Regel beim Wagenstandgeld ist kein Satz. Es ist die Regel darüber, wann die Uhr NICHT läuft.
Wochenenden und Feiertage
Wagenstandgeld wird in der Regel nur an Werktagen gezählt. An Wochenenden und gesetzlichen Feiertagen läuft es nicht weiter — es sei denn, ein Samstagsdienst ist gesondert vereinbart.
Ein Wagen, der freitags nachmittags bereitgestellt wird und sieben Stunden Freizeit hat, würde sie noch am selben Abend aufbrauchen. Sagt der Vertrag aber, dass Wochenenden nicht zählen, beginnt das Standgeld erst Montagmorgen — ein Unterschied von rund 60 Stunden.
Welcher Kalender gilt
Feiertage unterscheiden sich nicht nur zwischen Ländern, sondern zwischen Regionen. In Deutschland gelten manche Feiertage nur in einzelnen Bundesländern.
Maßgeblich ist deshalb der Kalender des BAHNHOFS, an dem der Wagen stand — nicht der Sitz Ihres Unternehmens und nicht der des Verfrachters. Dieselbe Woche kann in Bayern und in Hamburg unterschiedlich viele zählbare Tage haben.
Zoll-, Steuer- und Polizeiverfahren
Eine im Schienenverkehr seit Langem etablierte Regel: Die Freizeituhr steht während einer Zoll-, Steuer- oder Polizeikontrolle still, solange die Kontrolle nicht vom Absender selbst verzögert wird.
Diese letzte Bedingung ist entscheidend. Wurde das Verfahren verzögert, weil Unterlagen zu spät eingereicht wurden, gilt die Unterbrechung nicht — und eine darauf gestützte Forderung fällt in sich zusammen.
Was Sie für den Nachweis brauchen
Beleg über Beginn und Ende des Verfahrens: ein Zolldokument mit Zeitstempel, ein Terminalprotokoll oder die Mitteilung des Verfrachters selbst. Ohne das lässt sich die Unterbrechung nicht überprüfen, und ohne Überprüfung wird sie nicht angesetzt.
Was man nicht voraussetzen darf
Man darf nicht annehmen, Wochenenden zählten nie. Das hängt vom Vertrag ab — manche Bedingungen lassen das Standgeld durchlaufen.
Die Prüfung beginnt immer bei der Vertragsklausel, nicht bei einer allgemeinen Regel. Genau das ist der Unterschied zwischen einer belastbaren Forderung und einer, die mit einem Satz zurückgewiesen wird.